Dysplasiesprechstunde

Eine Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde zur Erkennung von Krebsvorstufen der weiblichen Genitalien, das heißt der Vulva, der Vagina und des Gebärmutterhalses.

Der wichtigste Bestandteil der Untersuchung ist eine Vergrößerungsbetrachtung des Muttermundes, die sog. Differentialkolposkopie. Fast immer kann man so die erkrankte(n) Stelle(n) erkennen. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft, und Sie können die Untersuchung am Monitor mitverfolgen. Während der Untersuchung entnehmen wir gezielt Abstriche und – wenn notwendig – auch eine kleine Gewebeprobe (ebenfalls nicht schmerzhaft). Darüber hinaus werden auch Patientinnen mit Erkrankungen der Scheide und am äußeren Genitale sowie am After in der Dysplasie-Sprechstunde betreut. Nach Erhalt aller Untersuchungsergebnisse kann dann entschieden werden, ob eine Entfernung der veränderten Zellen tatsächlich erforderlich ist.

©rh2010/stock.adobe.com

Was sind Dysplasien?

Unter Dysplasien des Muttermundes versteht man Zellveränderungen, die sich (in den meisten Fällen) wieder zu normalen Zellen zurückbilden können. In einigen wenigen Fällen bleiben sie jedoch bestehen und können im schlimmsten Fall in eine Krebserkrankung übergehen. Die Zellveränderungen entstehen sehr langsam, meist über mehrere Jahre, sodass im Rahmen der regelmäßigen Krebsvorsorge beim Frauenarzt die Vorstufen (Dysplasien) erkannt werden können. Um den Grad der Zellveränderung näher beurteilen zu können, soll nun eine weitere Untersuchung in unserer Dysplasie-Einheit erfolgen.

Wie kommt es zu Dysplasien?

Meistens ist ein Virus, das Humane Papilloma Virus (kurz: HPV), die Ursache. Über 90 % aller sexuell aktiven Frauen und Männer machen im Laufe ihres Lebens eine HPV-Infektion durch, die bei den meisten jedoch folgenlos ausheilt.

Was tun bei schweren Dysplasien?

In solchen Fällen müssen die Dysplasien entfernt werden. Dies kann heutzutage gezielt und schonend durch die Anwendung modernster Methoden, wie Laser und Hochfrequenzschlinge unter mikroskopischer Sicht im Rahmen eines ambulanten Eingriffes erfolgen.

Ablauf der Sprechstunde

1. Aufklärung

In unserer Spezialsprechstunde erklären wir Ihnen zuallererst, was der Abstrich und eine eventuelle HPV Infektion für Sie persönlich bedeuten. Denn es gibt mehrere Abstufungen der PAP-Abstriche und viele verschiedene Formen der HPV Infektion, die wir Ihnen gerne näher erläutern.

2. Differentialkolposkopie

Eine Kolposkopie ist die Betrachtung der weiblichen Genitalien, das heißt der Vulva, der Vagina und des Gebärmutterhalses mit einem Mikroskop. Dies findet im Rahmen der normalen gynäkologischen Untersuchung statt, wie Sie sie bereits kennen und ist völlig schmerzlos. Während der Untersuchung tragen wir medizinischen Essig auf den Muttermund auf und können somit Veränderungen (Dysplasie) darstellen. Dieser Untersuchungsschritt kann bei manchen Patientinnen zu einem leichten Brennen führen, welches binnen Minuten wieder verschwindet.

Als letzten Schritt der Untersuchung werden in den meisten Fällen noch Proben entnommen. Diese Proben sind wenige Millimeter groß und können genauestens untersucht werden.

3. Diagnose

Als letztes besprechen wir mit Ihnen das Untersuchungsergebnis und planen das weitere Vorgehen. Denn nicht jede Auffälligkeit muss operiert werden. „So wenig wie möglich, aber soviel wie nötig“ beschreibt am besten unser Konzept des individuellen Vorgehens. Neben den Befunden (das Ergebnis der Gewebeprobe dauert ca. 10-14 Tage) fließen auch Ihr Alter, Ihre Familienplanung, eventuelle Risikofaktoren und vieles mehr in die Entscheidung für Ihren Behandlungsplan ein. Sprechen Sie all Ihre Ängste, Wünsche und Bedürfnisse gerne offen an, damit wir sie individuell und einfühlsam beraten können, denn nur mit Ihnen kommen wir zu dem besten medizinischen Ergebnis.

4. Therapie

Wenn der Entschluss zu einer Operation gefasst wird, kann der Befund gezielt und schonend durch die Anwendung modernster Methoden, wie Laser und Hochfrequenzschlinge unter mikroskopischer Sicht entfernt werden. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. In etwa 90% aller Fälle werden die vorliegenden Veränderungen also durch kleine, ambulante Maßnahmen komplett entfernt.